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WERDE HOFFNUNGSTRÄGER!

Zum Bonifatiustag am 5. Juni 2020 hat das Bonifatiuswerk Motiv und Leitwort der bundesweiten Diaspora-Aktion 2020 bekanntgegeben: „Werde Hoffnungsträger“.  „Als wir uns vor zwei Jahren für dieses Leitwort entschieden haben, konnten wir nicht ahnen, wie prophetisch es sich in Anbetracht der Corona- Krise erweisen würde. Wir möchten zum Ausdruck bringen, wie wichtig gerade in diesen belastenden Zeiten Hoffnung und auch Solidarität untereinander sind. Wir wollen andere und auch uns selbst dazu ermutigen, zu Hoffnungsträgern für unsere Mitmenschen zu werden. Dazu muss die Hoffnung in Menschen verkörpert sein, die andere inspirieren, motivieren und mitreißen, so wie Jesus Christus, der für uns Christen die personifizierte Hoffnung ist“, sagte der Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen.

In diesem Sinne bitten wir Sie, liebe Schwestern und Brüder, anlässlich des Diaspora-Sonntags am 15. November 2020 um Ihr Gebet und Ihre großzügige Spende bei der Kollekte in den Gottesdiensten der Pfarrgruppe Rockenberg.

GEDANKEN ZUR HOFFNUNG

von ANNEGRET RHODE

„Bete für uns“, so zitiert ein Intensivmediziner seinen Kollegen aus Frankreich. Ein neuartiges Coronavirus breitet sich in kurzer Zeit sehr schnell aus und bedroht nicht nur die adäquate Versorgung der schwer Erkrankten, sondern tötet täglich viele Hundert Menschen. Es wird alles Menschenmögliche getan, aber es reicht nicht. Während dieser Text entsteht, mussten bereits viele Menschen weltweit diese leidvolle Erfahrung machen. Zwischen den vielen Berichterstattungen, die ich in diesen Wochen sehe, bleibt mir die kurze Bitte ums Gebet in Erinnerung, weil sie mich die verzweifelte Situation der Menschen erahnen lässt.

Beten ist hoffen

Wer anfängt zu beten, der hofft, dass anderes möglich ist. Er will sich nicht mit der Welt abfinden, wie sie ist. Ob ich es merke oder nicht: Im Gebet öffnet sich die Tür für eine andere, größere Wirklichkeit. Ich gebe Gott Raum in meinem Leben. Gott ist immer schon da. Er ist der Grund allen Lebens. Im Gebet tritt man in den Dialog, den er immer schon anbietet.

Vermutlich trägt jeder Betende seine Wünsche und Bitten, Sorgen und Ängste vor. Mal erfüllen sie sich, mal wird er bitterlich enttäuscht. Irgendwann jedoch wird sich zeigen, dass es eine andere, eine große Hoffnung braucht, eine, die nur Gott geben kann.

Paulus beschreibt es so: Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir in Geduld. (Röm 8,24-25)

Die Hoffnung ermutigt, in das Geheimnis des Glaubens einzutreten

Der christliche Glaube bekennt, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Gott hat das Unmögliche möglich gemacht. Er ist stärker als Gewalt, jedes Leid und Tod. Der Glaube bezeugt nicht, dass im Leben alles gut gehen wird. Gott verspricht nur, dass er auch in den dunklen Stunden der „Ich-bin-da“ ist.

Vermutlich sind es diese dunklen, verzweifelten Stunden, in denen man blind ist für Gottes Anwesenheit. Selbst die Emmaus- Jünger machen diese Erfahrung und müssen aushalten, dass ihre Hoffnung zerbrochen ist. In ihrer Verzweiflung begegnen sie Jesus, aber so anders, dass sie ihn in dem Moment gar nicht erkennen (Lk 24).

In der tiefsten Krise ihrer Hoffnung wird eine neue Hoffnung geboren. Auferstehen aus dem Tod – diese Kraft wird in einem Menschen wahrnehmbar, dessen Leben Zeugnis davon gibt, dass Christus lebt.3 Die Hoffnung bleibt lebendig, wenn sie offen bleibt für Gott, der ganz anders, unbegreiflich ich, unbeschreibbar ist.