Die Passion Christi und mein Leben. Predigtreihe in der Fastenzeit

mit der Feier des Aschermittwochs machten wir uns auf den Weg zum Osterfest. Unsere Zeit ist geprägt von Unsicherheit, Sorgen, Ängsten und Leiden. Gehen wir gemeinsam und vertrauensvoll auf Ostern zu und nutzen die Fastenzeit, um uns auf das zu besinnen, was wesentlich ist im Leben und auf den, der uns immer wieder neu zur Umkehr einlädt: Jesus Christus. Er steht im Mittelpunkt unseres Weges und ist unser Ziel.

Auf diesem Weg stehen die 4 Fastensonntage vor uns und ich habe für ihn eine Predigtreihe vorbereitet, deren Zentrum die Passion Christi und ihr Bezug auf unser alltägliches Leben ist. Wir merken immer öfter, dass in unserer westlichenGesellschaft das Thema „Leiden“ zum Tabu geworden ist. Ich erinnere mich an einGespräch mit einer Dame aus unserer Pfarrgruppe, wie sie mir bei der Planung der Karwoche deutlich zu verstehen gegeben hat: Herr Pfarrer, an der Liturgie am Karfreitag nehme ich nicht teil. Das ist nicht mein Ding. Ich komme gerne zur Messe an Ostern. Dieser Satz blieb in meinem Kopf hängen und er wurde mittlerweile zum Hauptstein meiner vielen Gedanken. Schließlich habe ich ihn als Grundlage für meine Predigtreihe genommen.

In der ersten Predigt am zweiten Fastensonntag legen wir einen Grundstein für unsere Überlegungen, das heißt, ich frage, ob wir ohne Christus, der für uns am Kreuz gestorben und am dritten Tag auferstanden ist, leben können? Bei ihm versuchen wir die Antwort zu finden, ob wir – die Menschen, die von Christus erlöst wurden – immer noch leiden müssen.

Am dritten Fastensonntag begeben wir uns in den Garten Getsemani, wo Jesus mit seinen Jüngern seine letzten Gebetsstunden verbrachte. Das Verhalten der Jünger sowie das Gebet Jesu verweisen uns auf eine Art des Leidens, das auch heute viele von uns betrifft. Ein Leiden, das nicht körperlich weh tut, sondern ein Leiden, von dem das Herz und die Vernunft schmerzen. Wir denken über die verschiedenen Arten der Glaubenskrise nach, die auch Christen in unserer Pfarrgruppe erfahren. Jesus blieb einsam. Seine Jünger haben ihn verlassen, so dass er auf seinem Weg zum Sterben am Kreuz das Leiden der Einsamkeit erlitt. Nicht nur Jesus blieb allein in seiner größten Not verlassen. Es gab damals und es gibt auch heute viele Menschen, die trotz „toller Familie“, trotz „vieler Freunde“, in ihrem Herzen ein Drama der Einsamkeit erleiden. Dies ist ein Schwerpunkt meiner Ansprache am vierten Fastensonntag.

Eine Woche vor dem Palmsonntag, am Tag, an dem die Kreuze in den Kirchen verhüllt werden sollen, wollen wir doch auf den gequälten Körper Jesu schauen: Was für eine Qual, ein Leiden und ein körperlicher Schmerz des Sohnes Gottes?! Davon ausgehend begeben wir uns auf die Suche nach dem Sinn von Behinderung und Leid und schließlich nach dem Sinn des Todes, der auf uns immer schmerzhaft zukommt. Die Zusammensetzung der Passion Christi mit unseren alltäglichen Erfahrungen soll einen Beitrag dazu leisten, dass wir unser Glaubensleben zur Umkehr bringen; und das, was unverständlich auf uns zukommt, aus der Perspektive das Glaubens an Jesu Kreuz und seine Auferstehung wahrnehmen können.

Da wir immer noch mit den Pandemie-Einschränkungen rechnen müssen, was die Kirchenbesucherzahl betrifft, habe ich alle Ansprachen online zum Nachlesen und zum Nachhören zur Verfügung gestellt. Dazu habe ich eine extra Internetseite für die Fastenzeit vorbereitet. Wenden Sie sich an Ihre Kinder oder Enkel, wenn Sie sich mit dem Internet nicht auskennen und wenn Sie Interesse daran haben, Sie sollen Ihnen die Materialien herunterladen oder ausdrucken und damit zur Verfügung stellen.

Die Predigtthemen:

  • Kann man ohne Christus leben? Einführung ins Geheimnis des Kreuzes. (2. Fastensonntag)
  • Gibt es Gott wirklich? Die Last des Glaubens. (3. Fastensonntag)
  • Ich kann nicht einsam leben. Das Leiden der Einsamkeit. (4. Fastensonntag)
  • Ich halte das Leid meines Kindes nicht mehr aus. Das Kreuz der Behinderung und des Todes. (5. Fastensonntag)

Jeden Sonntag, ab 11.00 Uhr zum Nachhören und Nachlesen HIER abrufbar.